Sichere Deiche

 

Über tausend Kilometer Deiche schützen Deutschlands Nordseeküste. Es sind schon heute haushohe Bauwerke. Doch der Klimawandel lässt den Meeresspiegel steigen. Klimaforscher erwarten für die Zukunft zudem stärkere und häufigere Sturmfluten als bisher. Das stellt Küstenschützer vor gewaltige Herausforderungen.

Moderne Deiche sind heute gewaltige Ingenieursbauwerke. Sie bestehen aus einem Sandkern und einer Deckschicht aus Lehmboden, sogenanntem Klei. Damit die Wellen einer Sturmflut nicht mit zu großer Wucht auf den Deich schlagen, sind seine Böschungen flach. Solche Maßnahmen machen die Deiche nicht nur immer höher und breiter, sondern auch teuer: Die Kosten für den Bau eines Deichs sind da vergleichbar mit dem Neubau einer Autobahn.

Der Klimawandel ist inzwischen auch bei den für den Küstenschutz zuständigen Politikern angekommen. Das Land Niedersachsen hat inzwischen einen sogenannten Klimazuschlag von 50 Zentimetern für Küstenschutzmaßnahmen beschlossen. Diese 50 Zentimeter Erhöhung muss Ortgies in Elisabethgroden nachträglich einarbeiten. "Dadurch benötigen wir natürlich erheblich mehr Bodenmaterial", erzählt Früsmer Ortgies, "um dann auch diesen Deich auf die neue Zeit einzustellen". Baumaterial, das bereits heute knapp ist. Die Deichbauer müssen riesige Mengen Klei - hunderttausend Lastwagenladungen - aus dem Hinterland herankarren. Doch die 50 Zentimeter Klimazuschlag des Landes Niedersachsen gelten schon jetzt als überholt. Neueste Berechnungen befürchten einen Meeresspiegelanstieg um einen Meter bis zum Ende des Jahrhunderts. Weitere Deicherhöhungen könnten notwendig werden.

Doch mit jedem Meter, den ein Deich höher wird, wird er auch um zehn Meter breiter. Das lässt die Kosten explodieren. Jeder neue Deichkilometer verschlingt schon heute bis zu fünf Millionen Euro. Auch der Platz für immer größere Deiche wird knapp. Vor Elisabethgroden liegt der geschützte Nationalpark Wattenmeer, das Land dahinter wird von der Landwirtschaft genutzt. Bauland müsste teuer erworben werden oder der Deichbau ginge auf Kosten des Naturschutzes. Der Klimawandel könnte Küstenschützer in Zukunft also an ihre Grenzen stoßen lassen. Doch müssen die Küstendeiche wirklich immer weiter in die Höhe wachsen?

 

Auszüge aus der Quelle: http://www.daserste.de/wwiewissen

 

Link zum Theme

http://www.schleswig-holstein.de/UmweltLandwirtschaft/DE/WasserMeer/09_KuestenschutzHaefen/PDF/Generalplan__blob=publicationFile.pdf

http://mediathek.daserste.de/sendungen_a-z/427262_w-wie-wissen/7353750_der-kampf-um-sichere-deiche

http://www.youtube.com/watch?v=4i6TXKRx9A8

http://www.planet-wissen.de/laender_leute/nordsee/lebensraum_nordsee/video_deichbau.jsp

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