ABC des Seedeiches & Küstenschutz

Seedeiche wurden gebaut, um die überflutungsgefährdeten Bereiche der Küste zu schützen. An der Nordseeküste ersetzen Deiche eine zu schwache oder fehlende Dünenkette. Die meisten Seedeiche schützen jedoch die Wattenmeerküste und die Flußmündungen. Die mit Steinen befestigten Seedeichfüße sind - neben Buhnen - die 'Felsen' entlang der sonst sandigen Küstenlinien und haben eine eigene Flora und Fauna. Durch ständingen Landgewinn sind einige Seedeiche landeinwärts gerückt. Manchmal werden noch zusätzliche Deiche hinter den Seedeichen aufgeworfen.

 Links und Informationen zum Küstenschutz.

 http://www.ikzm-d.de/main.php?page=111,2338

 http://de.wikipedia.org/wiki/Beltringharder_Koog

http://www.planet-wissen.de/laender_leute/nordsee/lebensraum_nordsee/video_deichbau.jsp

Deich: Schutzwall bis zu 9 m Höhe gegen Sturmfluten. Ursprünglich ein Wort der Nordseeküsten: niederdeutsch, altsächsisch, altfriesisch dik. Mutwillige Beschädigungen dieses Schutzwalles wurden früher mit dem Abhacken der rechten Hand bestraft.

Deckwerk: Als Deckwerk werden im Wasserbau die äußeren Schutzschichten für Böschungen von Uferbauwerken verstanden.
Deichacht: in Ostfriesland verwendeter Begriff für Deichverband.

Deichanlieger: Anwohner am Deich

Deichaußenböschung: Außen (seeseitig) liegende Böschung des Deiches Deichverband: Körperschaft des öffentlichen Rechts mit der Aufgabe der Deichunterhaltung
Deichbau: Herstellung oder Verstärkung des Deiches

Deichberme: Außen- und Binnenberme, schließt an die Böschung des Deiches an.
Deichbestick: Fachausdruck für die Abmessung des Deiches nach Höhe, Breite, Böschungsneigung usw. (behördlich festgelegt)
Deichböschung: Geneigte Seitenflächen des Deiches (Innen- und Außenböschung)

Deichbruch: Zerstörung des Deichkörpers durch Sturmfluteinwirkung

Deicherde: Kleiboden (deichfähiger Boden) zum Bau des Deiches

Deichgeschworene: Sie besichtigen den Deich in einem Teilabschnitt

Deichgraben: dient der Entwässerung des Deichkörpers.

Deichhöhe: Höhe der Deichkrone über Normalnull (NN)


Deichkörper: bezeichnet den gesamten Deich

Deichkrone: Deichkappe, obere Abrundung des Deiches.

Deichordnung: jetzt Niedersächsisches Deichgesetz. Regelt die formellen Voraussetzungen für das Nutzen und Benutzen des Deiches

Deichprofil: Aussehen des Deiches der Form nach, auch Deichquerschnitt.

Deichpflicht: Verpflichtung der geschützten Haus- und Grundeigentümer zur Zahlung eines jährlichen Deichbeitrages für die Pflege / Unterhaltung des Deiches.Deichrichter: Hauptgeschworener. Vorstandmitglied eines Deichverbandes, soweit nicht Vorsteher oder stellvertretender Vorsteher.

Deichschaart: Tor im Deich für Straße oder Bahn. Wird im Sturmflutfall geschlossen. Auch Deichgatt.


Deichschau: Kontrolle des Deiches auf Schäden ( 2 x jährlich ) durch die Schaukommission.

Deichschutzwerke: Sie haben den Zweck, Angriffskräfte des Wassers ( Strömung, Wellen, Eis usw.) vom Deich fernzuhalten und das Deichvorland zu sichern. Deichsicherheit: Herstellung und Erhaltung der Standsicherheit des Deiches.

Deichschafe: Sie halten das Gras am Deich kurz. Ihr Huftritt festigt die Grasnarbe


Deichsticker: auch Dieksticker. Deicharbeiter, der mit der Stickernadel (zweizinkige Deichnadel) Strohbänder an gefährdeten Deichböschungen in den Boden treibt. Deichtriften: Auffahrten auf den Deich.

Deichverteidigung: Küstenwehr. Überwacht bei Sturmflut den Deich. Deichvorland: Grodenfläche, Landfläche zwischen Meer und Deich.

Flügeldeich: vom Hauptdeich seewärts geschwenkter Deichausläufer zum Schutze außendeichs gelegener Siel-, Schöpfwerks- und Normalnull: (NN) war bis 1992 die amtliche deutsche Bezugsfläche für Höhenüber dem Meeresspiegel. Die Höhenangaben in Deutschland über früher Normalnull und heute Normalhöhennull, gehen auf den Amsterdamer Pegel zurück, also den mittleren Meeresspiegel der Nordsee.

Pütte: Entnahmestelle für die Deicherde

Schardeich: Ein Schaardeich steht ohne Vorland unmittelbar am Wasser. Schlafdeich: ehemaliger Hauptdeich, der durch Vordeichung seine schützende Funktion verloren hat. Häufig dient er als zweite Deichverteidigungslinie. Schöpfwerk: Pumpwerk im Deich zur künstlichen Entwässerung des Binnenlandes, wenn keine ausreichende natürliche Entwässerung möglich ist.

Sicherungswerke: Bestandteile des Deiches zu dessen Sicherung: Fußsicherung, Deckwerk.

Sommerdeich: Bau zum Schutz von Außendeichflächen im Vorland des Hauptdeiches gegen Sommerhochwasser, wodurch die Nutzung des so geschützten Sommerpolders während der Vegetationsperiode möglich ist.


Teek: "Treibsel", das sich im Frühjahr und Herbst bei höheren Wasserständen an den Deichböschungen sammelt. Es muss, um Beschädigungen an der Grasnarbe zu verhindern, vom Deichverband mit beträchtlichem Kostenaufwand entfernt werden.

Treibsel: siehe auch Teek. Treibgut, das bis zu 99 % aus Pflanzenmaterial besteht, welches aus den Salzwiesen und Rörichten, die den Deichen vorgelagert sind, stammt.

Wühlmäuse: befinden sich Wühlmäuse im Deich, stellen sie eine Gefahr für die Deichsicherheit dar. Durch den Bau ihrer Gänge hölen sie den Deich aus und verursachen somit Deichschäden.

 

Quelle:Cuxhavener Deichverband

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